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Marktbeobachtung
0,14 Prozent – und die Frage, die dahinter steckt
Vanguard senkt die Kosten seines meistgekauften Welt-ETFs erneut. Ein guter Anlass, einmal nachzurechnen, wohin die Fondsbranche sich in den letzten 25 Jahren eigentlich bewegt hat – und wohin nicht. Und warum selbst aktives Management plötzlich günstig wird, sobald man es aus seiner gewohnten Vertriebshülle löst.
Am 28. Juli senkt Vanguard die laufenden Kosten seines FTSE All-World ETF von 0,19 Prozent auf 0,14 Prozent. Fünf Basispunkte. Für sich genommen eine Randnotiz, die man in einer Marktübersicht leicht überliest.
Und doch lohnt sich ein zweiter Blick. Denn es ist bereits die zweite Senkung innerhalb von zehn Monaten – im Oktober 2025 ging es von 0,22 auf 0,19 Prozent. Über das letzte Jahrzehnt hat Vanguard seine europäischen Fonds und ETFs mehr als 80 Mal günstiger gemacht. Und Vanguard steht mit dieser Bewegung nicht allein: Die DWS-Tochter Xtrackers senkte im Juni ihren vergleichbaren ETF auf 0,07 Prozent, iShares liegt bei 0,12 Prozent, Invesco bei 0,15 Prozent.
Fünf Anbieter, ein Index, ein Preiskampf, der sich in Zehntel-Basispunkten abspielt. Die Frage, die sich mir dabei stellt, ist eigentlich nicht: Wer ist jetzt der Günstigste? Sondern: Warum bewegt sich dieser Teil der Fondsbranche so radikal – und ein anderer Teil seit Jahrzehnten fast gar nicht?
01Zwei Kurven, ein Markt
Schauen Sie sich einmal die Kostenentwicklung der letzten 20 bis 25 Jahre an – nicht als Prozentzahl, sondern als Bild. Sie sehen zwei völlig unterschiedliche Linien.
Die eine Linie beschreibt passive Indexfonds und ETFs. Sie kam vor rund zwei Jahrzehnten bei 0,4 bis 0,7 Prozent laufenden Kosten ins Spiel und ist seitdem kontinuierlich gefallen – auf die heutigen 0,07 bis 0,20 Prozent bei einem breiten Welt-Index. Eine Kurve, die fast nur eine Richtung kennt: nach unten.
Die andere Linie beschreibt aktiv gemanagte Publikumsfonds. Hier lag die durchschnittliche Kostenquote (TER) deutscher Aktienfonds vor 20 Jahren bei rund 1,4 bis 1,5 Prozent. Und heute? Wieder bei rund 1,3 bis 1,5 Prozent. Eine Linie, die sich – über einen Zeitraum, in dem sich die Welt der Geldanlage fundamental verändert hat – kaum von der Stelle bewegt hat.
Illustrative Darstellung der durchschnittlichen laufenden Kosten (TER) je Fondskategorie über rund zwei Jahrzehnte, auf Basis von Marktbeobachtungen. Keine Daten eines einzelnen Anbieters oder Produkts.
Zwei Produktkategorien, ein und derselbe Markt, ein und dieselben regulatorischen Rahmenbedingungen. Und trotzdem zwei komplett gegensätzliche Preisentwicklungen. Das ist, finde ich, die eigentlich interessante Beobachtung hinter der Vanguard-Meldung – nicht die 0,05 Prozentpunkte selbst.
02Der Teil der Rechnung, der nicht auf dem Kontoauszug steht
Um zu verstehen, warum die eine Kurve fällt und die andere nicht, hilft ein Blick darauf, wie sich die Kosten eines aktiv gemanagten Fonds eigentlich zusammensetzen. Die Verwaltungsgebühr, die im Factsheet als TER ausgewiesen wird, ist in aller Regel kein reiner Managementpreis. Sie enthält einen zweiten, weniger sichtbaren Bestandteil: die sogenannte Bestandsprovision – im Branchenjargon auch Kickback genannt.
Vereinfacht gesagt: Ein Teil der jährlichen Fondskosten fließt gar nicht in Research oder Portfoliomanagement, sondern zurück an denjenigen, der den Fonds verkauft hat und im Depot hält – Bank, Sparkasse oder gebundener Vermittler. Und zwar Jahr für Jahr, solange der Kunde investiert bleibt, unabhängig davon, wie sich der Fonds entwickelt.
Zur Einordnung
Marktbeobachtungen gehen von einer durchschnittlichen Bestandsprovision von rund 0,4 Prozent pro Jahr aus, bei manchen Mischfonds auch deutlich mehr. Derzeit zahlen schätzungsweise rund 200 Fondsanbieter solche laufenden Provisionen an den Vertrieb. Bei einer Verwaltungsgebühr von 1,2 bis 1,9 Prozent, wie sie bei vielen in Deutschland vertriebenen Aktienfonds üblich ist, macht dieser Anteil damit oft ein Viertel bis ein Drittel der Gesamtkosten aus.
Damit wird auch klarer, warum sich bei aktiven Fonds über Jahrzehnte so wenig bewegt hat: Ein sinkender Fondspreis würde nicht nur die Marge der Fondsgesellschaft schmälern, sondern auch die laufende Vergütung des gesamten Vertriebswegs. Bei ETFs dagegen, die überwiegend über Online-Broker, Robo-Advisors oder – wie in meinem Fall – über unabhängige Honorarberatung ohne Rückvergütung ausgewählt werden, entfällt dieser Vertriebs-Kostenblock weitgehend. Der Wettbewerb spielt sich dort tatsächlich zwischen den Produktanbietern ab, nicht zwischen den Provisionshöhen.
Das ist keine Anklage – es ist einfach die Struktur des Marktes, in dem wir uns bewegen. Die spannendere Frage für Sie als Anleger ist eher: Wissen Sie bei den Fonds in Ihrem Depot, wie hoch dieser unsichtbare Anteil tatsächlich ist?
03Was die Politik daraus gemacht hat
Dass diese Struktur nicht unumstritten ist, zeigt ein Blick nach Brüssel. Als die EU-Kommission 2023 ihre „Retail Investment Strategy“ vorstellte, stand tatsächlich ein weitreichendes Provisionsverbot im Raum – zumindest für das beratungsfreie Geschäft. Die Reaktion der Finanzbranche fiel entsprechend heftig aus, und nach intensivem Lobbying wurde das vollständige Verbot wieder von der Agenda genommen.
An seine Stelle ist inzwischen ein anderer Ansatz getreten: das sogenannte „Value for Money“-Verfahren. Produktanbieter müssen ihre Fonds künftig systematisch mit vergleichbaren Produkten hinsichtlich Kosten, Performance und Nutzen abgleichen und dokumentieren. Zeigen sich dabei erhebliche Abweichungen, muss der Anbieter das entweder rechtfertigen oder nachsteuern. Die BaFin kann diese Berichte anfordern.
Ob Dokumentationspflichten dieselbe Wirkung entfalten wie ein echtes Provisionsverbot, wird sich zeigen. Meine persönliche Einschätzung dazu behalte ich mir an dieser Stelle bewusst zurück – aber die Frage, die sich für Sie als Anleger daraus ergibt, bleibt unabhängig vom Ausgang der Brüsseler Debatte dieselbe: Wollen Sie ein Beratungsmodell, in dem Ihr Berater am gleichen Produkt verdient, das er Ihnen empfiehlt – oder eines, in dem beides sauber getrennt ist?
04Was fünf Basispunkte über 20 Jahre bewirken
Zurück zur Ausgangsfrage: Warum kämpft Vanguard um 0,05 Prozentpunkte, während sich bei aktiven Fonds seit Jahren nichts bewegt? Weil sich Kostenunterschiede, so klein sie im Einzeljahr erscheinen, über lange Zeiträume potenzieren – und genau diese Zeiträume sind für Anleger jenseits der 55 mit einem Anlagehorizont von 15, 20 oder 25 Jahren durchaus real.
Zur Veranschaulichung
Ein Depot von 200.000 Euro, 20 Jahre Anlagedauer, eine unterstellte Bruttorendite von 6 Prozent pro Jahr vor Kosten – rein zur Illustration, keine Prognose. Bei laufenden Kosten von 0,14 Prozent wächst das Kapital auf rund 625.000 Euro. Bei laufenden Kosten von 1,4 Prozent – ohne jede Berücksichtigung eines möglichen Ausgabeaufschlags – wären es rund 492.000 Euro. Eine Differenz von etwa 133.000 Euro, allein durch den Kostenunterschied, unter sonst identischen Marktbedingungen.
Das ist keine Kritik an aktivem Management als Idee – es gibt einzelne Manager, die über lange Phasen einen Mehrwert erzielt haben. Aber die grosse Mehrheit aktiv gemanagter Fonds schafft es nach Kosten nicht, den eigenen Vergleichsindex dauerhaft zu schlagen, und diese Kostenlast ist ein wesentlicher Grund dafür. Ob ein bestimmter Fonds die Ausnahme ist, lässt sich vorab nur selten sicher beurteilen. Die Kostenquote dagegen kennt man am Tag des Kaufs ganz genau.
05Ein Realexperiment: aktive ETFs
Was passiert eigentlich, wenn man aktives Fondsmanagement einfach aus seiner gewohnten Vertriebshülle herauslöst? Genau das lässt sich gerade live beobachten. Aktiv gemanagte ETFs – Fonds, in denen weiterhin ein Manager Titel auswählt, die aber wie ein ETF an der Börse gehandelt werden – sind Ende April 2026 europaweit auf knapp 100 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen gewachsen, nach 78,8 Milliarden Ende 2025 und 52,5 Milliarden Ende 2024. Fast jede zweite neu aufgelegte ETF-Anteilsklasse des Jahres 2025 war bereits ein aktives Produkt.
Der Clou dabei: Diese Produkte müssen sich preislich an der ETF-Welt orientieren, nicht an der klassischen Fondswelt. Sie liegen deshalb meist zwischen 0,15 und 0,85 Prozent – spürbar über einem passiven Indexfonds, aber weit unter den 1,3 bis 1,9 Prozent, die für klassische aktive Publikumsfonds üblich sind. Gleiche Managementleistung, teils dieselben Häuser, ein Bruchteil des gewohnten Preises.
Das wirft eine unbequeme Frage für die klassische Fondsbranche auf: Wenn aktives Management auch für 0,3 oder 0,5 Prozent zu haben ist, sobald man es von der Vertriebsprovision trennt – wofür genau bezahlt man dann bei einem klassischen aktiven Fonds die zusätzlichen ein bis anderthalb Prozentpunkte?
06Die zweite Kostenebene, von der selten gesprochen wird
Kosten sind aber nur die halbe Geschichte. Es gibt einen zweiten Effekt, der bei aktiv gemanagten Fonds zusätzlich zur Kostenquote wirkt – und der oft übersehen wird, weil er nicht auf der Abrechnung steht.
Der Ökonom William Sharpe hat dafür schon in den neunziger Jahren eine einfache, fast schon unbequeme Rechnung aufgestellt: Vor Kosten muss die Gesamtheit aller aktiven Anleger in einem Markt rechnerisch genau die Marktrendite erzielen – sie bilden diesen Markt schließlich gemeinsam ab. Nach Kosten bleibt die Gesamtheit der aktiven Manager also zwangsläufig um genau ihre Mehrkosten hinter dem Markt zurück. Keine Meinung, keine Prognose – reine Arithmetik.
In der Praxis kommt noch etwas hinzu, das über diese reine Kostenrechnung hinausgeht: einzelne Fehleinschätzungen bei der Titelauswahl, ungünstiges Timing bei Umschichtungen, das Festhalten an Positionen aus Überzeugung, wenn der Markt längst weitergezogen ist. Die aktuelle SPIVA-Studie zeigt, wie deutlich das ins Gewicht fällt: 2025 blieben 70 Prozent der aktiv gemanagten deutschen Aktienfonds hinter ihrer Benchmark zurück, bei globalen Aktienstrategien waren es 71 Prozent, bei britischen Nebenwerten sogar 97 Prozent. Über längere Zeiträume von zehn oder fünfzehn Jahren liegen die Unterperformance-Quoten in den meisten Kategorien bei 80 bis 90 Prozent.
Zur Einordnung
Diese Unterperformance liegt regelmäßig über dem, was die reine Kostendifferenz erklären würde. Ein Anleger in einem breiten Index-ETF trägt also nur eine einzige, von vornherein bekannte Kostenebene. Ein Anleger in einem aktiven Fonds trägt zwei Ebenen gleichzeitig: die höheren Kosten – und zusätzlich das Ergebnis tausender Einzelentscheidungen eines Managers, dessen Treffsicherheit sich erst im Nachhinein zeigt und von Jahr zu Jahr kaum vorhersagbar ist.
Wer heute in ein Portfolio investiert, das ausschließlich auf breiten Indizes aufbaut, hat diese zweite, unsichere Ebene gar nicht erst im Depot. Das ist kein Werturteil über einzelne Fondsmanager – manche schlagen ihren Index über Jahre hinweg. Es ist lediglich eine Frage, die sich jeder Anleger selbst stellen kann: Möchte ich neben der Kostenfrage auch noch darauf wetten, wer die richtigen Entscheidungen trifft?
07Und die Beratung selbst – kostet die nicht auch?
An dieser Stelle wird häufig eingewandt: Ein Index-ETF ist zwar günstig, aber irgendjemand muss die Anlage ja begleiten – und diese Begleitung hat ihren Preis, ob als Prozentsatz vom Depotwert oder als Honorar. Landet man am Ende nicht wieder in ähnlichen Größenordnungen wie bei einem mittelpreisigen aktiven Fonds?
Die ehrliche Antwort: Rechnerisch oft ja, in etwa. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Größenordnung, sondern darin, was genau bezahlt wird und wovon diese Zahlung abhängt. Im klassischen Modell steckt die Vergütung für Beratung unsichtbar in der Fondskostenquote – und sie hängt direkt davon ab, welches Produkt verkauft wird. Wird ein Honorar dagegen offen vereinbart, ist es von der Produktauswahl entkoppelt: Der Berater verdient nicht mehr daran, welchen Fonds oder ETF er empfiehlt, sondern unabhängig davon, wofür er tatsächlich bezahlt wird – Planung, Struktur, Begleitung durch schwierige Marktphasen.
Und genau darin liegt vermutlich der eigentliche Wert von Beratung: nicht in der Auswahl des vermeintlich besten Fonds, sondern darin, in Phasen wie 2008, 2020 oder 2022 nicht in Panik zu verkaufen oder dem letzten Trend hinterherzulaufen.
Zur Einordnung
Die Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer (Goethe-Universität Frankfurt) haben genau das mehrfach empirisch untersucht. Bereits 2011 zeigte ihre im Auftrag des Bundesministeriums erstellte Studie zur Messung des Kundennutzens der Anlageberatung, dass Privatanleger im Schnitt rund vier Prozentpunkte risikobereinigte Rendite pro Jahr allein durch eigene Anlagefehler verlieren. Eine spätere Auswertung von 40.000 Depots einer Direktbank über den Zeitraum 2005 bis 2015, veröffentlicht 2017 unter dem Titel „Gewinnen statt Glänzen", kam zu einem ähnlich deutlichen Bild: Die untersuchten Anleger erzielten im Schnitt nur 3,1 Prozent Rendite pro Jahr – rund fünf Prozentpunkte weniger, als der Gesamtmarkt im selben Zeitraum bot. 86 Prozent aller Depots blieben hinter dem Markt zurück.
Die bislang umfassendste Auswertung von Professor Meyer, veröffentlicht in der Stiftung Warentest, bestätigt dieses Bild über einen noch deutlich längeren Zeitraum. Rund 115.000 Anlegerinnen und Anleger bei einem Online-Broker wurden von 2001 bis 2023 begleitet – gut zwei Jahrzehnte, die den Dotcom-Crash, die Finanzkrise 2008, den Corona-Crash und die Zinswende 2022 einschließen.
Zur Einordnung
Verglichen wird dabei mit der sogenannten Kapitalmarktlinie: Sie zeigt, welche Rendite für ein gegebenes Risiko am Markt realistisch zu erwarten gewesen wäre. Der MSCI World erzielte im Untersuchungszeitraum rund 6,0 Prozent Rendite bei 16,3 Prozent Volatilität pro Jahr. Der überwiegende Teil der ausgewerteten Anlegerportfolios liegt bei vergleichbarem oder sogar höherem Risiko unterhalb dieser Linie – nicht nur einzelne Ausreißer, sondern die große Masse. Für das eingegangene Risiko wurde also im Schnitt eine unterdurchschnittliche Rendite erzielt, über nahezu ein Vierteljahrhundert und mehrere völlig unterschiedliche Marktphasen hinweg.
Vor diesem Hintergrund relativiert sich die Diskussion um die Servicegebühr etwas: Je nach Anlagevolumen liegt sie üblicherweise zwischen 0,3 und 1,0 Prozent pro Jahr – spürbar, keine Frage. Aber selbst am oberen Ende dieser Spanne bleibt sie ein Bruchteil dessen, was die eigenen vier bis fünf Prozentpunkte Verhaltensfehler regelmäßig kosten. Eine Servicegebühr bezahlt also im besten Fall nicht die Suche nach der nächsten Outperformance, sondern das Vermeiden der eigenen, ganz menschlichen Fehler.
| Produktkategorie | Laufende Kosten |
|---|---|
| Aktiv gemanagte Aktienfonds (Deutschland, Durchschnitt) | ca. 1,3 – 1,9 % |
| Vanguard FTSE All-World ETF (ab 28.7.2026) | 0,14 % |
| iShares FTSE All-World ETF | 0,12 % |
| Xtrackers FTSE All-World ETF (seit Juni 2026) | 0,07 % |
| Aktive ETFs (Europa, marktüblich) | ca. 0,15 – 0,85 % |
| Durchschnittliche Bestandsprovision (Kickback) | ca. 0,4 % p. a. |
| Aktive Aktienfonds unter Benchmark (Deutschland, 2025) | 70 % |
Werte gerundet, Stand Juli 2026, auf Basis öffentlich verfügbarer Produktinformationen, Marktbeobachtungen, der SPIVA-Europe-Scorecard 2025 sowie Studien von Prof. Andreas Hackethal und Prof. Steffen Meyer (Goethe-Universität Frankfurt), teilweise veröffentlicht in Finanztest bzw. Stiftung Warentest. Keine Anlageempfehlung für einzelne Produkte.
Der Preiskampf bei ETFs ist kein Zufall – er ist das Ergebnis eines Vertriebswegs ohne Rückvergütung. Bei aktiven Fonds fehlt dieser Mechanismus bis heute weitgehend. Und selbst dort, wo aktives Management ihn verliert – bei aktiven ETFs – fällt der Preis sofort um die Hälfte bis zwei Drittel.
Die 0,14 Prozent von Vanguard werden in ein paar Monaten schon wieder Geschichte sein – der nächste Anbieter wird nachziehen, vielleicht senkt auch Vanguard selbst noch einmal nach. Die eigentliche Erkenntnis bleibt aber davon unberührt: In einem Teil der Fondswelt sorgt echter Produktwettbewerb Jahr für Jahr für sinkende Kosten. Im anderen Teil bestimmt seit Jahrzehnten weitgehend die Vertriebsstruktur, was ein Fonds kostet – unabhängig davon, was er leistet. Und wo Kosten hoch bleiben, kommt in aller Regel noch eine zweite, unsichere Ebene hinzu: das Ergebnis der Entscheidungen, die ein Manager für Sie trifft.
Beratung selbst kostet in beiden Modellen etwas – die Frage ist nur, ob man diese Kosten sieht, und ob sie davon abhängen, welches Produkt am Ende im Depot landet. Welche Rolle diese Ebenen in Ihrem eigenen Depot spielen, das ist letztlich eine Frage, die nur Sie für sich beantworten können. Aber sie lohnt sich, gestellt zu werden.
Wollen Sie wissen, wie hoch die tatsächlichen Kosten in Ihrem Depot sind?
Als Honorar-Anlageberater erhalte ich keine Provisionen, Kickbacks oder Bestandsvergütungen von Produktanbietern – meine Vergütung kommt ausschließlich von Ihnen als Kunde. Wenn Sie einmal eine unabhängige Zweitmeinung zu Ihrem bestehenden Depot wünschen, schreiben Sie mir gerne an mittelrhein@honorarfinanz.ag.
